Neuer Trainer hat viel vor mit dem HC Aschersleben
Geschrieben von SVS am Januar 04 2013 11:07:48
LEIPZIG/ASCHERSLEBEN/MZ.

Noch genießt Jörg Neumann ein paar Tage Urlaub, ehe er sein Traineramt beim Handball-Drittligisten HC Aschersleben am kommenden Montag antritt. Mit dem Familienvater unterhielt sich Marcus Bräuer über Vorsätze, Erwartungen und Maßnahmen.

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LEIPZIG/ASCHERSLEBEN/MZ.

Noch genießt Jörg Neumann ein paar Tage Urlaub, ehe er sein Traineramt beim Handball-Drittligisten HC Aschersleben am kommenden Montag antritt. Mit dem Familienvater unterhielt sich Marcus Bräuer über Vorsätze, Erwartungen und Maßnahmen.

Herr Neumann, wie haben Sie den Jahreswechsel gefeiert?

Neumann: Mit Frau und Kind ganz entspannt zu Hause in Leipzig. Nichts Großes.

Haben Sie Vorsätze für 2013?

Neumann: 2013 soll erfolgreicher werden als 2012. Das fängt mit dem neuen Job beim HC Aschersleben vielversprechend an. Meine Situation bei der Handballakademie Leipzig / Delitzsch war am Ende unbefriedigend. Ich hatte keine Mannschaft mehr, die ich betreuen konnte. Ein Trainer braucht aber eine Mannschaft, sonst ist er nicht glücklich.

Ihre Verpflichtung kam überraschend. Wie überrascht waren Sie, als die Anfrage kam, das Traineramt beim HC Aschersleben zu übernehmen?

Neumann: Ich befasse mich viel mit Handball und wusste, dass in Aschersleben eine Stelle frei ist. Aber dass der HC Aschersleben auf mich kommt, hätte ich nicht gedacht. Ich hatte am Mittwoch vor Weihnachten ein angenehmes Gespräch mit Präsident Jürgen Arndt und Geschäftsführer Randolf Neumann. Sie haben mir ein Angebot gemacht und ich musste nicht lange überlegen.

Das Spiel des HCA gegen den Dessau-Roßlauer HV haben Sie von der Tribüne aus verfolgt. Es war die höchste Saisonniederlage. Ihre Eindrücke?

Neumann: Ein Eindruck war auf jeden Fall, dass sehr gute Spieler dabei sind. Das Team hat absolut das Potenzial. Aber es fehlte etwas die Ordnung, die Struktur. Egal ob im Angriff oder in der Abwehr. Das waren grundsätzliche Sachen. Eine solche Leistung ist aber nicht verwunderlich, wenn die Mannschaft einen Monat ohne Trainer dasteht. Frank Seifert sen. hat in der Zeit, die ihm zur Verfügung stand, gute Arbeit geleistet. Er war aber beruflich zu sehr eingespannt. Die 3. Liga macht man nicht im Vorbeigehen. Und dann ist die Mannschaft verunsichert. Aber es hilft nichts, da müssen wir jetzt durch. Wir müssen Struktur reinbringen.

Was erwarten Sie von Ihrer Arbeit in Aschersleben?

Neumann: Zum Umfeld kann ich noch nicht viel sagen. Wir fangen nächsten Montag mit dem Training an. Herr Arndt hat auf mich einen sehr begeisterungsfähigen Eindruck gemacht. Er steht voll und ganz hinter dem Handball in Aschersleben. Das ist eine gute Voraussetzung.

Die Mannschaft steht auf einem Abstiegsplatz. Wie sehen Ihre Maßnahmen aus, um das zu verändern?

Neumann: Ganz einfach: Punkte holen (lacht). Wenn ich mir die Ergebnisse anschaue, sehe ich, dass die Mannschaft in der Lage ist, Tore zu werfen. Sie kriegt aber auch viele rein. Das ist die erste Stellschraube, an der wir drehen müssen. In der Abwehr muss jeder seine Aufgabe kennen und lösen. Auch mit wenigen Einheiten sind Fortschritte möglich. Und wenn wir die machen, dann werden daraus große Fortschritte im Bereich der Punkte resultieren.

Wie wollen Sie Handball spielen lassen?

Neumann: Ich bevorzuge das schnelle Spiel. Das bedarf aber einer guten Abwehr. Aus einer stabilen Abwehr ins Kontern kommen, das wäre wünschenswert.

Viel Zeit haben Sie aber nicht, um Einfluss zu nehmen.

Neumann: Wir wollen das Spiel gegen Münden verlegen. Dann wäre das erste Spiel am 26. Januar beim LVB Leipzig. Das ist genug Zeit, um einiges zu trainieren. Klar werden die Chilenen platt sein, wenn sie nach der Weltmeisterschaft zur Mannschaft stoßen. Aber wir werden da Maßnahmen finden, dass sie schnell regenerieren.


ARTIKEL : MARCUS BRÄUER
FOTO : SEBASTIAN [Das letzte Spiel des Jahres 2012 verlor der HC Aschersleben (grün) deutlich gegen den Dessau-Roßlauer HV.]