HCA-Trainer Neumann fordert mehr Bewusstsein
Geschrieben von SVS am Januar 13 2013 11:06:27
ASCHERSLEBEN/MZ.
Der Weg zum Eingang ist noch von Pfützen übersät. An den Türen zu den Umkleidekabinen wackeln noch die Klinken. In der Halle riecht es so, als wäre die Farbe noch gar nicht richtig trocken. Die neue Sporthalle in der Heinrichstraße ist seit Montag in Betrieb. Also genauso lange, wie ...
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ASCHERSLEBEN/MZ.
Der Weg zum Eingang ist noch von Pfützen übersät. An den Türen zu den Umkleidekabinen wackeln noch die Klinken. In der Halle riecht es so, als wäre die Farbe noch gar nicht richtig trocken. Die neue Sporthalle in der Heinrichstraße ist seit Montag in Betrieb. Also genauso lange, wie Jörg Neumann hauptverantwortlicher Trainer beim Handball-Drittligisten HC Aschersleben ist.

Es ist die neue Trainingshalle des HCA. Im Ballhaus wird nur noch gespielt. Man könnte fast von einem doppelten Neuanfang sprechen: Neuer Trainer, neue Trainingshalle. Die Verantwortlichen des HCA werden sich zumindest vom neuen Trainer neue Impulse für die Rückrunde erhoffen. Die Hinrunde war schließlich eine turbulente und endete mit dem Verharren auf dem drittletzten Platz. Am Sonnabend startet die Rückrunde, aber ohne den HC Aschersleben. Der absolvierte den 16. Spieltag bereits am 21. Dezember mit einem ernüchternden Ergebnis: 24:36 gegen den Dessau-Roßlauer HV.

Doch das ist Vergangenheit, daran soll nicht mehr gedacht werden. Die Blicke gehen nur nach vorn. Alles ist auf den 26. Januar ausgerichtet. An jenem Samstag sind die Alligators beim LVB Leipzig zu Gast. Das Heimspiel eine Woche vorher gegen die TG Münden wird voraussichtlich auf den 9. Februar verlegt.

Am Donnerstagabend lag der Schwerpunkt auf dem Wurftraining. Gorden Müller konnte mitmachen, wirkte aber noch nicht ganz befreit von seinen Schulterbeschwerden. Auch Pit Seifert tat mit. Neun Spieler von der ersten Mannschaft waren dabei, davon mit Andreas Böhm, Thilo Leuschner und Andreas Stops allein drei Torhüter. Neben Seifert und Müller gesellten sich noch Carsten Kommoß, Alexander Weber, Martin Doldan und Benny Böcker dazu. Die Chilenen weilen ja derzeit in Spanien bei der Handball-Weltmeisterschaft. Ihr erstes Spiel bestreiten sie am Sonnabend gegen Mazedonien. Mit Patrik Krok fehlte aber ein weiterer Spieler. Krok ist so etwas wie der Pechvogel der Saison. Bereits zu Beginn der Spielzeit fiel er angeschlagen aus. Am Dienstag verletzte er sich an der Hand. Die Diagnose: Fingerbruch. "Er wird wohl operiert werden müssen", sagte Jörg Neumann. Und wieder mehrere Wochen ausfallen.

Zum Abschluss des Trainings am Donnerstag kam es zum Duell Alt gegen Jung. Von sechs Positionen musste geworfen werden. Die Schützen durften nur weitergehen, wenn sie trafen. Am treffsichersten zeigte sich Carsten Kommoß. Am Ende gewann Alt klar gegen Jung. Zur "Strafe" mussten die Verlierer Linienläufe absolvieren - unter dem Beifall und Gefeixe der Gewinner. Ein lockeres Ende, bei dem der Spaß im Vordergrund stand.

Spaß am Spiel ist Jörg Neumann wichtig. "Und solange die Jungs ordentlich trainieren, habe ich kein Problem damit, wenn viel gelacht wird", so der Trainer. Nach der ersten Woche ist er mit der Mannschaft zufrieden. Auch wenn er mit der Wurfqualität am Donnerstagabend etwas haderte: "Es ist eine Frage der Präzision. Die Spieler müssen sich fragen, welches Ziel hinter dem Wurf steckt. Sie müssen mehr Bewusstsein für ihre Handlungen entwickeln."

Mehr Bewusstsein, das hätte sich Jörg Neumann sicher auch von den beiden eingeplanten Testspielern aus Schweden gewünscht, die eigentlich am Montag zur Mannschaft stoßen sollten. Doch sie kamen nicht, ohne Erklärung. "Das ist unbefriedigend und da habe ich auch keine Lust, mich damit zu beschäftigen", so Neumann. Frei nach dem Motto: Wer nicht will, der hat schon.

Am Freitagabend stand noch einmal ein hochintensives Intervalltraining auf dem Plan. "Für den Trainer ist das schön, die Spieler sehen das natürlich anders", sagte Neumann mit einem Schmunzeln. Doch die Mannschaft soll topfit in die Rückrunde gehen. "Vielleicht gewinnen wir dann auch mal ein Spiel in den letzten Minuten, weil wir mehr Kondition haben", so Neumann.

Von der Idee eines Testspiels hat Neumann hingegen Abstand genommen. Da die Chilenen erst fünf Tage vor dem ersten Pflichtspiel wieder zur Mannschaft stoßen, würde das aus Sicht des Trainers keinen Sinn machen.


ARTIKEL : MARCUS BRÄUER
FOTO : THOMAS TOBIS [Jörg Neumann gibt die Richtung vor. Er erklärt seinen Spielern viel und gerne, was hinter seinen Übungen steckt]