Die Sache mit dem richtigen Timing
Geschrieben von wildalligator am Dezember 12 2016 22:44:27
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VON TOBIAS GROSSE

ASCHERSLEBEN/MZ - Grafenhorst wieder in alter Form?
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Grafenhorst wieder in alter Form?

ASCHERSLEBEN/MZ - „Wenn du auf den richtigen Moment gewartet hast - das war er!“ Dieser geflügelte Satz aus dem Hollywood-Blockbuster Fluch der Karibik findet sich auch tausendfach im Liebesfilm-Genre wieder. Man könnte fast sagen, die gesamte Schnulzenindustrie lebt nur von ihm: Dem schlechten Zeitpunkt und dem unglücklichen Timing. Aber während im Film am Ende natürlich alles gut ausgeht - obwohl Heldin und Held allen guten Vorzeichen zum Trotz die ganze Zeit reichlich gefühlsblind aneinander vorbeigestolpert sind - ist das im Leben oder Sport leider nicht garantiert.

Clemens Grafenhorsts Formkurve zeigte zuletzt nach oben.
Foto: Brückner


Clemens Grafenhorst als Shooting Star in die Krise
Auch Clemens Grafenhorst hatte in den letzten Monaten Probleme mit dem Timing. Der 22-jährige Rückraumspieler des HC Aschersleben war in einer handfesten Krise. In der vergangenen Saison noch war er der Shooting Star des HCA, entwickelte sich zum Leistungsträger, zum zweitbesten Torschützen. Seit dem Sommer, als Mindaugas Veta den Verein verließ und Grafenhorst mehr Verantwortung übernehmen musste, stockte seine Entwicklung aber. Der Linkshänder erzielte in den ersten neun Spielen der Saison nur 13 Tore und haderte mit seiner Wurfauswahl - Stichwort Timing - und vor allem -qualität (26%-Trefferquote). Bei Clemens Grafenhorst entwickelte sich ein Kopfproblem. „Man denkt nach, fängt an, Fehler zu suchen“, gestand er im Oktober.

Grafenhorst wieder zurück im Spiel beim HC Aschersleben
Seitdem hat Grafenhorst viel und intensiv an sich gearbeitet: Krafttraining, Bewegungsabläufe. Alleine nach dem Training, manchmal auch angeleitet von Routinier Carsten Kommoß. Es hat sich ausgezahlt. Seit vier Spielen ist der Rückraumspieler wieder ein wichtiger Faktor im Spiel des HC Aschersleben. Die Zahlen belegen es. Grafenhorst hat in dieser Zeit 25 Treffer erzielt, fast die Hälfte seiner Würfe fanden den Weg ins Tor. Er steht wieder selbstbewusst auf der Platte. „Es musste ja irgendwann wiederkommen“, sagt Grafenhorst.

Grafenhorst will sich während Winterpause einen Vorsprung herausarbeiten
Beim 27:27 am vergangenen Sonnabend in Delitzsch hat der Rückraumspieler acht Mal getroffen und war bester Werfer des HCA. Ob es ein Problem ist, dass ausgerechnet jetzt, wo er seine Form wiedergefunden hat, eine sechswöchige Pause ansteht? Clemens Grafenhorst schüttelt mit dem Kopf. „Ich werde weiter hart an mir arbeiten und nicht damit aufhören, nur weil es jetzt wieder ganz gut läuft“, sagt er. Grafenhorst will die Chance, die die Pause auch mit sich bringt, nutzen und sich einen Vorsprung herausarbeiten. „Ich muss noch mehr mein Timing finden, was mir am Anfang gefehlt hat“, sagt er. Und dann kommen sicher noch viele richtige Momente. (mz)