Es bleibt am Ende nur Galgenhumor
Geschrieben von wildalligator am März 06 2017 08:41:27
HANDBALL-OBERLIGA
VON TOBIAS GROSSE

ASCHERSLEBEN/MZ - Aschersleben kassiert eine deftige Klatsche
Erweiterte News
HANDBALL-OBERLIGA
VON TOBIAS GROSSE

Aschersleben kassiert eine deftige Klatsche

ASCHERSLEBEN/MZ - Was blieb, war nichts weiter als Galgenhumor. 50 Minuten waren im Spiel zwischen dem HC Aschersleben und dem HC Glauchau/Meerane gespielt, als einige Fans der Gastgeber ihrem Ärger auf besonderer Art Luft machten.
Nicht mit Pfiffen oder Buh-Rufen. Nein, die HCA-Fans begannen ganz offen, ihre Mannschaft auf die Schippe zu nehmen. „Das wird ’ne ganz enge Kiste, ’ne ganz enge Kiste“, lautete die zynische Botschaft, die von der Tribüne hallte.
Aschersleben lag zu diesem Zeitpunkt mit 16:27 zurück. Eine „ganz enge Kiste“ war die Partie da schon lange nicht mehr. Der HCA hat am Sonntagnachmittag nach 60 Minuten Handball eine harte 20:34-Klatsche kassiert.

Neumann kennt das Gefühl
Jörg Neumann, der ehemalige Trainer des HCA und jetzige Coach des HC Glauchau/Meerane, wusste im Moment nach dem Abpfiff ziemlich genau, wie sich Aschersleben fühlt.
Denn: „Das gleiche“, sagte er, „haben wir erst letzte Woche durch.“ Mit 18:30 unterlag Glauchau da vor heimischer Kulisse Spitzenreiter Bad Blankenburg. „Und da kamen ähnliche Stimmen wie hier heute.“
Aschersleben hatte am Sonntag, vielleicht wie auch Jörg Neumanns Glauchau in der vergangenen Woche, seinen Tiefpunkt in dieser Saison. Vier Spiele hatte das Team von Coach Dmitry Filippov zuvor in Serie gewonnen.
„Aber heute war ein Tag, an dem überhaupt nichts lief“, sagte der Trainer. Dass der große Unterschied die Tagesform war, davon war auch Neumann überzeugt. Denn: „Aschersleben ist doch normalerweise keine 14 Tore schlechter als wir, vor allem nicht zu Hause“, betonte der Glauchau-Trainer.

Bruch war nicht mehr zu kitten
Am Sonntag war der HCA anfangs sogar klar besser. 8:4 führte Filippovs Team bereits (12.). Dann, und auch durch einen Torwart-Wechsel bei den Gästen auf Ludek Kylisek - einer der besten seiner Zunft in der Mitteldeutschen Oberliga -, kam es zum Bruch im Spiel des HCA. Der nicht mehr zu kitten war. Über das 10:14 zur Halbzeit setzte sich Glauchau bereits nach 42 Minuten erstmals auf zehn Tore ab (12:22).
„Es wird dann auch eine Kopfsache“, erklärte Jörg Neumann, „bei uns ist der Kopf oben, bei Aschersleben geht er weiter runter.“ Und Neumann erinnerte auch noch einmal daran, dass seinem Team Ähnliches erst letzte Woche passierte. „Und wir“, sagte er, „haben unsere Lehren daraus gezogen.“
Die HCA-Fans wünschen sich das jetzt auch von ihrer Mannschaft. So völlig ohne Galgenhumor. (mz)


Statistik

HC Aschersleben 20 (10)
HC Glauchau/Meerane 34 (14)


HCA:
M. Gudonis, J. Stein; P. Seifert (6/2), E. Straßburger (3), C. Kommoß ((2/1), S. Berends (1), T. Kaufmann (1), A. Filippov (1), C. Grafenhorst (1), J. Schmidt (1), M. Wartmann

Siebenmeter
HC Aschersleben 3/6
HC Glauchau/Meerane 1/2

Zeitstrafen
HC Aschersleben 3
HC Glauchau/Meerane 2


Foto: archiv/schulz