Trost für den Trainerkollegen
Geschrieben von wildalligator am März 28 2017 17:39:30
HANDBALL-OBERLIGA
VON TOBIAS GROSSE

ASCHERSLEBEN/MZ - Der HC Aschersleben gewinnt bei der HG 85 Köthen, weil er in den entscheidenden Situationen wacher und auch abgezockter ist.
Erweiterte News
HANDBALL-OBERLIGA
VON TOBIAS GROSSE

Der HC Aschersleben gewinnt bei der HG 85 Köthen, weil er in den entscheidenden Situationen wacher und auch abgezockter ist.

ASCHERSLEBEN/MZ - Dmitry Filippov und Svajunas Kairis kennen sich schon eine Weile. Der Handballtrainer Filippov hat den Handballspieler Kairis im Jahr 2009 zum HC Aschersleben geholt. Und aus der Trainer-Spieler-Beziehung von damals, entwickelte sich eine Freundschaft.
Am vergangenen Samstagabend nun traf Trainer Kairis auf Trainer Filippov. Mitteldeutsche Oberliga: HG 85 Köthen gegen HC Aschersleben. Und je näher das Spiel seinem Ende entgegen rückte, desto mehr sank der Kopf von Svajunas Kairis. Gleichzeitig überkam Dmitry Filippov immer mehr ein Lächeln. Und kurz nachdem die Partie in der Köthener Heinz-Fricke-Halle vom HC Aschersleben mit 30:28 gewonnen wurde, war Filippov als einer der ersten bei Trainerkollege Kairis. Zum Trost spenden. „Ich habe gesagt: Svaj, Kopf hoch, das Leben geht weiter“, verriet Ascherslebens Trainer nach der Partie.

„Wir haben getroffen, sie nicht“
Die HG 85 Köthen konnte auch am vergangenen Samstagabend gegen den HC Aschersleben nicht punkten. Bereits zum sechsten Mal in Serie hat die HG jetzt schon gegen den HCA verloren. „Es hätte auch andersherum ausgehen können“, sagte Lukas Krug zwar, man merkte dem Rückraumspieler der HG 85 aber auch an, dass er das Ergebnis am Ende durchaus als gerecht empfand. Weil Aschersleben in den entscheidenden Situationen einfach wacher, abgezockter war. Oder wie es Filippov knapp beschrieb: „Wir haben getroffen, sie nicht.“
Dabei sah es zu Beginn der Partie noch ganz anders aus. Köthen kam besser rein, führte nach zwölf Minuten bereits mit 8:4. „Die erste Halbzeit war irgendwie komisch“, fand Ascherslebens Rückraumspieler Nicolas Berends, „wir spielen da nicht schlecht, aber vergeben zu viele Bälle im Angriff und lassen hinten zu viele Zwischenräume.“ Die vor allem Köthens Rückraumspieler Lukas Krug und Tom Groll häufig nutzen konnten. „Es war alles da“, fand Krug, „am Ende haben Kleinigkeiten den Ausschlag gegeben.“
Nach dem 17:16-Pausenstand für Köthen war es nämlich auch in der zweiten Hälfte lange eine Partie auf Augenhöhe. Kein Team konnte sich absetzen. Bis in der Schlussphase der auch vorher schon starke HCA-Keeper Mantas Gudonis zum entscheidenden Faktor wurde.
Der Litauer, der auch mit 37 Jahren noch zum Besten zählt, was die Mitteldeutsche Oberliga zu bieten hat, hielt freie Versuche von Stefan Luther (55.) und René Uelsmann (56.) - und da der HC Aschersleben auf der Gegenseite seine Angriffe jeweils erfolgreich abschloss, ging er mit 28:25 in Führung. Es war eine Vorentscheidung. „Das war die entscheidende Phase“, fand auch HCA-Coach Dmitry Filippov.

Während der HCA (schwarz) nach dem Spiel jubeln konnte, blieb der HG 85 um René Uelsmann nur ein ernüchternder Abgang.
FOTO: OLIVER HARLOFF / QUELLE: MZ-print


Beide nun gleichauf
Der HCA ist durch den Sieg in Köthen nach Pluspunkten mit der HG gleichgezogen (26). Auf den neuen Tabellendritten Plauen-Oberlosa fehlt beiden Teams nur ein Zähler.
Aschersleben hat aktuell jedoch die klar bessere Formkurve auf seiner Seite und von neun Rückrundenspielen nur zwei verloren. Das Team von Dmitry Filippov wirkt gefestigt, hat sich auch von der Heimklatsche gegen Glauchau von vor einigen Wochen nicht aus der Bahn werfen lassen.
Köthen dagegen hat jetzt bereits die vierte Niederlage in Folge kassiert. Der Vorjahresmeister ist auf dem absteigenden Ast. „Heute war aber ein Schritt nach vorne zu sehen“, fand Trainer Svajunas Kairis, „ich kann mich nicht beschweren. Nur haben wir uns nicht belohnt.“ Der Trost von Kollege und Freund Filippov war nötig. (mz)

STATISTIK
Berends und Seifert mit je sieben Toren

HG 85 Köthen 28 (17)
HC Aschersleben 30 (16)


HG 85: Christian Kanzler, Chris Panhans; Stefan Luther (7/1), Lukas Krug (7), Tom Groll (7), Robert Kreller (4), Rene Uelsmann (3), Christian Schöne, Tom Lüders, Martin Lux, Julian Schilling (n.e.), Lukas Alter (n.e.), Tobias Bauske (n.e.)

HCA: Mantas Gudonis, Jan Stein (n.e.); Nicolas Berends (7), Pit Seifert (7), Carsten Kommoß (5/4), Alexander Weber (5), Clemens Grafenhorst (2), Frank Seifert (1), Jens Schmidt (1), Eric Straßburger (1), Martin Wartmann (1), Sascha Berends, Andrey Filippov, Tom Kaufmann

Siebenmeter
HG 85 Köthen 1/3
HC Aschersleben 4/4

Zeitstrafen
HG 85 Köthen 5
HC Aschersleben 7 (Rote Karte: P. Seifert, 56., grobes Foulspiel)