Die ständigen Begleiter
Geschrieben von wildalligator am Mai 09 2017 17:13:09
HANDBALL-OBERLIGA
VON TOBIAS GROSSE

ASCHERSLEBEN/MZ - Auch in Pirna kann der HCA auf Unterstützung der Fans bauen.
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HANDBALL-OBERLIGA
VON TOBIAS GROSSE

Auch in Pirna kann der HCA auf Unterstützung der Fans bauen.

ASCHERSLEBEN/MZ - Vergangener Samstagnachmittag, Treffpunkt: Ballhaus Aschersleben. Für den Handballclub Aschersleben stand die letzte Auswärtsreise dieser Oberliga-Saison auf dem Programm. Als es los geht, ist die Mannschaft noch nicht vollzählig. Nur die Ascherslebener unter den Alligators, wie Carsten Kommoß und Pit Seifert, oder Mantas Gudonis und Trainer Dmitry Filippov setzen sich in den Bus. Andere, wie Kapitän Martin Wartmann, Jens Schmidt und Eric Straßburger, die in Magdeburg leben oder Alexander Weber (Bernburg), steigen auf einem Rasthof auf der A14 zu.
Mit 22:32 hat der HCA schließlich sein letztes Saisonspiel gegen den ESV Lok Pirna verloren. Das Team musste aufgrund des verlorenen direkten Vergleichs somit noch den USV Halle an sich vorbei auf Rang drei ziehen lassen. Aschersleben beendet die Saison als Vierter, das Ziel, unter die ersten Fünf zu kommen, ist erreicht. Und die Rückfahrt, sagte Trainer Filippov, war trotz der Niederlage „ganz angenehm“.

Aschersleben beendet die Saison als Vierter
Denn die Reise nach Sachsen wurde auch noch einmal von einer ganzen Schar HCA-Fans angetreten, die sich im Verlauf dieser Saison, im Verlauf der letzten anderthalb, zwei Jahre, zu ständigen Begleitern entwickelt haben. Filippov sagt dazu: „Viele von ihnen sind Freunde geworden.“
Der Olympiasieger weiß, dass diese Unterstützung nicht selbstverständlich ist. Ein Großteil der Zuschauer fährt regelmäßig sogar im Mannschaftsbus mit und opfert somit quasi den kompletten Sonnabend dem Team. Lars Oertel zum Beispiel, der den HCA bereits seit Jahren begleitet, ehrenamtliche Tätigkeiten ausübt und mittlerweile auch in den Hallen der Oberliga bekannt sein dürfte, wie ein bunter Hund.

Der HCA wurde auch zum letzten Spiel in Pirna noch einmal von vielen Fans begleitet - einige von ihnen fahren stets im Mannschaftsbus mit.
Foto: privat


Dank für Unterstützung der treuen Fans
Oder, auch besonders herauszuheben: Gisela Winkler, eine 83 Jahre alte Rentnerin, die zwar in Pirna nicht dabei sein konnte, neben fast jedem Heimspiel jedoch auch knapp zehn Auswärtsreisen mitgemacht hat. Noch dazu kommen oft die Lebensgefährtinnen einiger Spieler und Familienmitglieder, sowie Fans, die dem Team mit dem privaten Auto hinterherreisen. „Ich kann mich für diese Unterstützung nur bei den Leuten bedanken“, sagt Filippov.
Dass er und seine Mannschaft am Samstagabend die mitgereisten Zuschauer in Pirna nicht mit einem Sieg in die Sommerpause verabschieden konnte, nagte ein bisschen am Trainer. „Wir sind da nicht zum Spaß hingefahren.“ Es sollte schon mindestens ein Zähler her, bei einer Mannschaft, von der Trainer Dmitry Filippov sagt, sie gehöre ebenso in die Top-Fünf der Mitteldeutschen Oberliga.
Der HCA lag zur Pause mit 8:14 hinten und hatte auch das Pech, in diesem Fall die Regelauslegung der Unparteiischen, gegen sich. „Sie haben oft 50/50-Situationen für Pirna entschieden“, sah Filippov, dessen Team kein Anschluss mehr fand. Die Fans konnten ihn aber schnell wieder aufbauen. (mz)