Richtungsweisende Wochen
Geschrieben von wildalligator am Oktober 07 2016 18:20:15
HANDBALL-OBERLIGA
VON TOBIAS GROSSE

ASCHERSLEBEN/MZ(print) - Zwei Derbys sind absolviert, drei gegen potenzielle Top-Teams stehen noch aus. Danach weiß der HC Aschersleben, wo er wirklich steht.
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HANDBALL-OBERLIGA
VON TOBIAS GROSSE

Zwei Derbys sind absolviert, drei gegen potenzielle Top-Teams stehen noch aus. Danach weiß der HC Aschersleben, wo er wirklich steht.

ASCHERSLEBEN/MZ(print) - Fünf Landesderbys in fünf Wochen. Der Spielplan meint es in diesem Jahr gut mit dem HC Aschersleben. Zwei der Lokalduelle hat die Mannschaft von Trainer Dmitry Filippov bereits absolviert, dabei gegen Staßfurt gewonnen (31:26), gegen Radis verloren (31:33). Drei Derbys stehen also noch aus - alle gegen vermeintliche Top-Teams. Der HCA steht jetzt vor richtungsweisenden Wochen. Die MZ gibt einen Ausblick.

Der HC Aschersleben blickt richtungsweisenden Wochen entgegen.
FOTO: THOMAS TOBIS


HG 85 Köthen (H)
Am Sonnabend ist zunächst die HG 85 Köthen ab 18 Uhr in der Ballhaus-Arena zu Gast. Ein Gegner, an den man gute Erinnerungen hat. Im März war die Handball-Gemeinschaft mit einer acht Spiele andauernden Siegesserie nach Aschersleben gereist, um sich eine richtige Klatsche abzuholen. Mit 36:26 gewann der HCA damals - und hätte sogar noch höher gewinnen können. Dennoch wurde die HG 85 am Ende der Saison Meister, verzichtete allerdings auf den Drittliga-Aufstieg. Zu groß wäre das Risiko gewesen, zudem hätte die Heimspielstätte, die Heinz-Fricke-Halle, umgebaut werden müssen.
In diese Saison ist Köthen nun mit einem neuen Trainer gestartet. Svajunas Kairis übernahm im Sommer das Amt von Präsident Bodo Kreutzmann. Kairis ist in Aschersleben ein immer gern gesehener Gast. Von 2009 bis 2012 hat er beim HCA gespielt. Oder, um es auf Kairis viel treffender zu formulieren: sich für den Verein zerrissen. Der 36-Jährige war und ist noch immer Publikumsliebling.
Mit der HG hat er aus den ersten vier Partien drei Siege geholt. Am Sonnabend will er in Aschersleben den vierten einfahren. Doch Köthen ist mittlerweile seit acht Jahren ohne Punkt in Aschersleben.

HC Burgenland (H)
Zwei Wochen nach Köthen steht das nächste Heimspiel an. Der HCA empfängt dann den HC Burgenland aus Naumburg. Eine Mannschaft, die in der jüngeren Vergangenheit immer am Rande der Phalanx der Spitzenmannschaften gekratzt hat. In der vergangenen Saison wurde der HCB am Ende Fünfter. Was das Team von Ines Seidler, übrigens die einzige Trainerin in der Mitteldeutschen Oberliga, so stark macht, ist vor allem die Offensive. Auch in diesem Jahr wieder.
Kenny Dober grüßt nach fünf Partien mit einem Vorsprung von 15 Treffern auf Staßfurts Sebastian Retting (53 zu 38) von der Spitze der Torjägerliste. Und unter den besten Zehn befinden sich mit Max Weber (31) und Jan Schindler (25) noch zwei weitere Spieler des HCB. 167 Treffer ist die mit Abstand die beste Offensive der Oberliga, 157 Gegentore aber auch Negativwert. Gegen Burgenland ist ein Feuerwerk meist programmiert.

USV Halle (A)
Für den Absteiger war die 3. Liga ein ganz böses Abenteuer. Als Tabellenletzter mit gerade einmal zehn Punkten musste der USV im Sommer nach nur einem Jahr den Weg zurück in die Viertklassigkeit antreten. Halle hat bewiesen, dass guter Oberliga-Handball nicht automatisch Drittliga-Handball ist. Wahrscheinlich auch aufgrund des abschreckenden Beispiels haben sämtliche relevanten Oberliga-Mannschaften einem Aufstieg eine Absage erteilt.
Halle ist dabei sich zu konsolidieren, hat mit Fabian Metzner einen jungen Trainer - der 27-Jährige übernahm im Laufe der Vorsaison vom Ex-HCA-Coach Jörg Neumann. Der Wiederaufstieg ist keine Pflicht, Halle möchte im oberen Drittel der Tabelle einlaufen. Bislang steht der USV, der mit Paul Otto einen ehemaligen Ascherslebener im Kader hat, aber im unteren Drittel, hat von vier Partien (drei auswärts) zwei gewonnen und verloren. Nach dem Duell in Halle in drei Wochen weiß also nicht nur der HC Aschersleben, wo er steht.