Die HCA-Garantie
Geschrieben von wildalligator am August 17 2017 21:35:06
HANDBALL-OBERLIGA
VON TOBIAS GROSSE

ASCHERSLEBEN/MZ - Trotz schlechter Ausgangslage läuft es in Ascherleben gut.
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HANDBALL-OBERLIGA
VON TOBIAS GROSSE

Trotz schlechter Ausgangslage läuft es in Ascherleben gut.

ASCHERSLEBEN/MZ - Manches kommt im Sport einfach mit einer Garantie. Amerika, das weiß man, wird immer die besten Basketballer haben. Brasilianer werden in den Strand werden in Strandsportarten gut sein. Fußball-Bundesligist Hamburger SV wird sich mindestens einmal in der Saison – siehe das Pokal-Wochenende – richtig schön blamieren. Und der Handballclub Aschersleben? Beim HCA – so ist das seit gut zwei Jahren – wird es schon irgendwie laufen.
Der Handball-Oberligist aus Aschersleben ist ein Phänomen.

Beispiel: Vor gut einem Jahr, der HCA war als Vizemeister in die Saison gegangen, verließen mit Mindaugas Veta und Dino Spiranec zwei Leistungsträger so überraschend wie kurzfristig den Verein. Ersatz gab es mit Jan Stein nur auf der Torhüter-Position – wenngleich, bei allem Respekt, keinen komplett gleichwertigen.
Man konnte nun denken, dass der HCA in einer stärker gewordenen Oberliga abrutschen würde. Tat er zwar auch, jedoch nur auf Platz vier – immer noch in der Spitzengruppe und punktgleich mit Rang drei.
In diesem Sommer haben mit Jens Schmidt und Eric Straßburger beide Kreisläufer und quasi auch ein kompletter Innenblock den Club verlassen. Ersatz kam bisher keiner – und ist auch nicht in Sicht. Und beim HCA? Läuft es trotzdem irgendwie.
Das Team von Trainer Dmitry Filippov hat in der Vorbereitung das „Megawoodstock“ gewonnen, Drittligist SC Magdeburg II trotz vier Ausfällen geschlagen (34:33) und auch gegen den SV Anhalt Bernburg, ebenfalls 3.Liga, lange gut ausgesehen (28:32). Gegen jeweils einen Magdeburger Verband- und einen Sachsen-Anhalt-Ligisten gab es zuletzt haushohe Siege. Die HCA-Garantie scheint also auch in diesem Jahr zu gelten.
Doch Dmitry Filippov tritt auf die Bremse. Spricht man ihn auf die gute Vorbereitung an, sagt er zunächst: „Ich bin nicht einverstanden.“ Um das zu präzisieren: Der Doppel-Olympiasieger sieht noch „große Probleme“ in der Deckung. „Es ist schwer, zwei Mittelblock-Leute zu ersetzen.“
Aschersleben bekommt für Filippovs Geschmack noch zu einfache Gegentore, vor allem aus der zweiten Reihe. „Wir müssen vieles noch mal besprechen“, so der Trainer. Zum Beispiel den dauerhaften Wechsel zur 5:1-Deckung. Aber, positiv für Dmitry Filippov: „Die Mannschaft zeigt den nötigen Biss, sie will.“ Klar, sie hat ja auch eine Garantie zu erfüllen.