Der Alles-Spieler
Geschrieben von wildalligator am Januar 20 2018 09:08:51
HANDBALL-OBERLIGA
VON TOBIAS GROSSE

ASCHERSLEBEN/MZ - Weil es bislang keinen Neuzugang gibt, müssen beim HCA andere Spieler in die Bresche springen. Wie Alexander Weber, der fast überall zu Hause ist.
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VON TOBIAS GROSSE

Weil es bislang keinen Neuzugang gibt, müssen beim HCA andere Spieler in die Bresche springen. Wie Alexander Weber, der fast überall zu Hause ist.

ASCHERSLEBEN/MZ - Je älter man wird, desto mehr scheut man sich meist vor einem Neuanfang. Vor allem das Ergreifen eines neuen Handwerks stellt noch einmal Anforderungen, mit denen man längst nicht mehr gerechnet hätte. Auf die Situation bezogen, in der sich Alexander Weber in den letzten Monaten befindet, ist mit der Umschulung seine handballerische Beschäftigung gemeint. Denn: Der 31-Jährige spielt beim Mitteldeutschen Oberligisten HC Aschersleben.
Das allein genügt an und für sich schon als Begründung für die noch mal größere Flexibilität, die Weber in der letzten Zeit an den Tag legen muss. „Es ist Fluch und Segen zugleich“, sagt er.

„Nicht der geeignetste“
Aschersleben ist in diesem Jahr etwas dünn aufgestellt. Das ist ein Fakt, der in den letzten Monaten hinreichend thematisiert wurde. Man schaut sich zwar um nach einem Neuzugang, jedoch sind die finanziellen Mittel des HCA auch begrenzt. Und so lange es keinen neuen Spieler gibt, müssen eben die anderen in die Bresche springen. Allen voran Weber!

Alexander Weber (M.) ist beim HCA mittlerweile auf fast jeder Position zu Hause.
FOTO: HARTMUT BÖSENER


Der Familienvater ist mittlerweile seit 2012 beim Club aus der Einestadt zu Hause. Und seither auf allen drei Positionen im Rückraum. „Scheinbar“, meint er, „sehen die Trainer in ihm eine gewisse Flexibilität.“ Das ist gut für ihn. Alexander Weber spielt eigentlich immer, ist auch in der Abwehr in verschiedenen Rollen ein absoluter Leistungsträger. Es ist sein Segen.
In dieser Saison ist für ihn aber noch eine neue Position dazugekommen. Aus Mangel an Alternativen muss Weber in Abwesenheit von Frank Seifert jr. oder auch im Wechsel mit ihm offensiv an den Kreis. Sein Fluch? „Na ja, es gibt Positionen, die man nicht so gerne spielt“, sagt er. Die des Kreisläufers zum Beispiel? Weber windet sich: „Hängt vom Gegner ab.“
Gegen Mannschaften wie letztens im Derby beim HV Rot-Weiß Staßfurt (26:25), das will er damit andeuten, macht es keinen Spaß. „Wenn man schaut, was für Staturen für gewöhnlich am Kreis spielen“, fängt Alexander Weber an zu erklären, „bin ich dafür vielleicht nicht der geeignetste.“ Mit seinen gut 1,85 Meter und 85 Kilo muss er sich körperlich nun zwar nicht verstecken, doch bei Staßfurt verteidigen im Zentrum gegen den Kreis eben Leute wie Nils Hähnel und Andreas Steinbrink. Spieler der Marke: Kleiderschrank! „Man wird da doch sehr viel hin- und hergeschoben“, sagt Weber. Und: „Man muss da auch Bock drauf haben, ständig angefasst zu werden.“

Freiberg kommt am Samstag
Ascherslebens Alles-Spieler wird mit Sicherheit auch am Samstagabend im ersten Heimspiel 2018 wieder auf einigen Positionen gefordert sein. Mit HSG Freiberg kommt zumindest ein Team, das nicht so brachial ist wie Staßfurt. Da könnte auch Weber Spaß am Kreisläufer-Spiel haben. Eine neue Lösung in Form eines Neuzugangs würde er aber sicher begrüßen. Wenngleich er auch sagt: „der Dienst der Mannschaft steht immer über allem.“ Dafür nimmt er auch die Umschulung in Kauf.

Anwurf in der Ballhaus-Arena ist am Samstagabend um 19 Uhr.